Halbfinaltag mit vielen Emotionen
- Aline Leitner
- vor 2 Tagen
- 6 Min. Lesezeit

Am Halbfinalsamstag vom 2. Mai 2026 haben sich 32 Teams aus der ganzen Schweiz – je 4 pro Geschlecht und Alterskategorie – um den Einzug ins grosse Finale der Nachwuchsschweizermeisterschaften duelliert. Nur wer heute siegreich vom Feld ging, kann am 3. Mai 2026 auf der Kunsteisbahn in Aarau um Gold spielen.
In einer einzigartigen Atmosphäre in der Kunsteisbahn Aarau ertönten Punkt 11.15 Uhr die ersten Schiripfiffe: Die Punktejagd um den Einzug ins «Grande Finale» war lanciert: Beflügelt von den lautstarken Fans und dem Maskottchen «Eagy» kam es auf den Feldern «Hypothekarbank Lenzburg» und «Swisslos Sportfonds Aargau» zu spannenden Duellen in der U16 Kategorie.
Semifinals U16 Frauen
Im ersten Match des Tages trafen die vorjährigen Goldmedailliengewinnerinnen aus Basel auf die letztjährigen Zweitplatzierten aus Bellinzona. Es war ein spannendes und hart umkämpftes Spiel. Den ersten Satz holten sich die Tessinerinnen knapp mit 25:23. Im zweiten Satz hatten die Baslerinnen gegen Ende die stärkeren Nerven (25:20) und im dritten Satz hätte es spannender nicht sein können. Nach klarem Vorsprung der Baslerinnen holte Bellinzona Punkt für Punkt auf. Erst nach zwei sackstarken Services bejubelten die Vorjahressiegerinnen mit 28:26 den Satzgewinn. Im vierten Satz bot sich ein ähnliches Bild: Erst nach einer nervenzehrenden Schlussphase setzten sich die Baslerinnen mit 25:21 durch und ermöglichten sich so die Chance auf das Gold-Double.
Die Spielerinnen von SM’Aesch Pfeffingen liessen sich von ihrer Final4-Premiere nicht beeindrucken. Sie marschierten gegen den VBC Cheseaux mit drei klaren Sätzen (25:16; 25:17; 25:21) durch und sicherten sich so an ihrer allerersten Finalteilnahme die Möglichkeit auf Gold.
Semifinals U16 Männer
Chênois Genève – die Vorjahres- und Vorvorjahresgoldmedaillengewinner – konnten sich erst am Ende des spannenden und lange ausgeglichenen ersten Satzes gegen Schönenwerd mit 25:21 durchsetzen. Der zweite Satz war eine klare Sache (25:13) für die Genfer. Und auch wenn sich die Niederämter aus Schönenwerd im dritten Satz nochmals richtig aufbäumten und eine Verlängerung erzwangen, liessen sich die Genfer die Chance auf den Gold-Hattrick nicht nehmen und bejubelten mit 28:26 den Matchball und Einzug ins Goldfinale.
Im zweiten Semifinal duellierte sich TSV Jona Volleyball mit Volley Amriswil. Beide Vereine hatten es letztes Jahr in dieser Alterskategorie nicht ins Finalturnier geschafft. 2024 holte sich Amriswil Silber und Jona Bronze. Jona spielte (zu) druckvoll, während Amriswil immer einen kleinen Schritt hintendrein war. Deshalb holten sich die Jungs von Jona mit 25:20; 25:20 und 25:18 den Sieg.
Semifinals U18 Frauen
Das innerkantonale Berner Duell versprach viele Emotionen: Die Spielerinnen vom VBC Thun, die notabene zum allerersten Mal in der Final4-Geschichte am Finaltag im Einsatz waren, fegten die Bielerinnen im ersten Satz mit 25:8 kompromisslos vom Platz. Im zweiten Satz konnten sich die Spielerinnen von Volley Espoirs Biel-Bienne fangen und das Duell auf Augenhöhe mit 27:25 für sich entscheiden. Der dritte Satz war fast eine Kopie des ersten – mit 25:11 ging er an die Thunerinnen. Satz vier folgte einem ähnlichen Muster, wie Satz zwei. Keines der beiden Berner Teams konnte sich grossartig absetzen. Erst gegen Ende hatten die Thunerinnen die Nase vorne und besiegelten mit einem Superspike den Matchgewinn (25:23).
Im zweiten Spiel standen sich Volley Köniz und der VBC NUC gegenüber. Köniz erwischte einen fulminanten Start und holte sich Durchgang eins mit 25:15. Ein diametral anderes Bild zeigte sich in Satz zwei. Die Spielerinnen von NUC setzten sich mit 25:18 durch. Durchgang drei wiederum war «Copy+Paste» von Satz eins. Die Könizerinnen hatten schnell die Überhand und gewannen mit 25:18. Der vierte Satz sorgte für viele Gänsehautmomente. Ewig lange Ballwechsel und eine immer wieder ändernde Führung brachten die Fans der beiden Teams fast zur Verzweiflung. Die Könizerinnen konnten sich gegen Spielende aus ihrer kleinen Baisse rauskämpfen und holten sich mit 25:23 den Sieg.
Semifinals U18 Männer
Zeitgleich, wie die Frauen U18, kämpften auch die U18-Männer von Volley Espoirs Biel-Bienne um den Einzug ins «Grande Finale». Sie mussten sich gegen die letztjährigen Silbermedaillengewinner vom TSV Jona behaupten. Doch den Bielern wollte nichts so richtig gelingen. Die Spieler von Jona hatten in allen Aktionen die Nase vorne. Die klaren Satzresultate sprechen für sich: 25:10; 25:16 und 25:12.
Im zweiten Duell erwartete die Zuschauer eine Zweitauflage des Bronzespiels von 2025. Die Jungs vom VBC Uni Bern konnten jedoch im ersten Satz nicht ganz mit Servette Star Onex mithalten. Die Spieler vom SSO gewannen den ersten Satz mit 25:18. Im zweiten Satz sah es schon anders aus. Die beiden Teams lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Duell; mit dem knapp besseren Ende für SSO mit 25:22. Im dritten Satz verkauften die Stadtberner ihre Haut teuer; jedoch gelang es den Jungs von SSO sich mit 29:27 durchzusetzen. Sie haben nun die Chance auf Revanche: Gegen den TSV Jona hatten sie 2024 im Goldfinale den Kürzeren gezogen.
Semifinals U20 Frauen
Im Westschweizerduell setzte sich der VBC Cheseaux in allen drei Sätzen früh und klar gegen NUC ab. Sie brachten den Sieg mit einem sehr klaren 3:0 in trockene Tücher (25:20; 25:17; 25:17). Mit dem überzeugenden Spiel haben sie das erste Mal in der Vereinsgeschichte die Chance, eine Goldmedaille in der U20-Frauen-Kategorie an den Final4 nach Hause zu holen.
Die Eaglets aus Aarau hatten mit den Spielerinnen von Frispike aus Fribourg noch eine Rechnung offen. Letztes Jahr kassierten sie im Halbfinale eine bittere Niederlage. Dieses Mal liessen die Aarauerinnen nichts anbrennen. Sie holten sich den ersten Satz klar mit 25:13. Im zweiten Satz flatterten die Nerven der Aarauerinnen und Fribourg kam gefährlich nahe dran, jedoch nicht nahe genug. Aarau gewann 25:21. Und im dritten Satz – nach einer Aufholjagd besiegelten die Eaglets mit einem finalen Superspike den Matchgewinn (25:16). Sie dürfen ein letztes Mal vor Heimpublikum um Gold spielen.
Semifinals U20 Männer
Das Duell der Talentzentren versprach Spannung und Volleyball auf hohem Niveau. Die Volleytalents Rapperswil-Jona erwischten gegen die NNV Volley Talents Argovia einen soliden Start. Sie erspielten sich früh einen Vorsprung, den sie bis ganz zum Schluss (25:20) verwalten konnten. Von ihrem suboptimalen Start liessen sich die Aargauer Talents nicht beirren. Bis spät in die «Money-Time» zeigten sie ein ausgeglichenes Spiel. Erst ganz zum Schluss setzten sich die Aargauer mit 25:21 ab. Im dritten Satz schenkten sich die jungen Talente nichts – nach einem kleinen Vorsprung von Rapperswil-Jona kehrte sich das Blatt. Die Argovia-Talents – mit Nerven aus Drahtseilen – gewannen den dritten Durchgang mit 26:24. Im vierten Satz liessen diese dann nichts mehr anbrennen (25:19).
Die U20-Sieger von 2024 (Uni Bern) duellierten sich mit Volley Amriswil, die in der U20-Kategorie letztes Jahr nicht vertreten waren. Und spoiler Alert sie lieferten den Zuschauenden den einzigen 5-Sätzer des Tages. Satz eins war lange ausgeglichen. Erst ab Satzmitte setzten sich die Thurgauer ab und holten sich den ersten Durchgang mit 25:21. Im zweiten Satz sah es zuerst nach einem Senkrechtstart von Amriswil aus. Die Stadtberner fingen sich jedoch und wehrten in der Endphase 2 Satzbälle ab und verwerteten den Satzball mit einem Block zum 29:27. Amriswil konnte sich nach einem ausgeglichenen Start leicht absetzen und sicherte sich mit komfortablem Vorsprung den dritten Durchgang (25:18). Die Berner liessen sich davon nicht beirren und holten den vierten Satz mit 25:20. Der 5. Satz war Spannung pur; beide Teams waren fokussiert an der Sache. Amriswil konnte nach einem abschliessenden Superspike zum 15:13 den Matchgewinn bejubeln.
Semifinals U23 Frauen
Die Wiederauflage des letztjährigen Finales versprach Spannung. NUC hatte – mit kleinen Auf und Abs – fast im gesamten Spiel die Zügel fest in der Hand. Den ersten Satz holten sie sie nach einer starken Schlussphase mit 25:20. Im zweiten flogen die Eagles vom BTV Aarau etwas höher und sicherten sich den Ausgleich (25:20). Satz drei und vier spielt NUC mit viel Druck, Cleverness und grossartigem Kampfgeist: So sicherten sie sich zum zweiten Mal in Folge die Chance auf Gold.
Die Luzernerinnen, die 2023 die Silbermedaille gewannen, fanden gegen die Final4-Neulinge von Volley Aadorf einen guten Start und hatten immer mal wieder die Nase vorne. Erst in der Money-Time gelang den Aadorferinnen der Ausgleich zum 21:21. Die Luzernerinnen hatten in der Folge eine Portion mehr Mut und Geduld und holten sich den ersten Satz mit 25:21. Im zweiten Satz klappte bei Volley Luzern alles; bei Volley Aadorf nichts à 25:9 für Luzern. Im dritten Satz boten sich die Teams ein Duell auf Augenhöhe. Erst mit 17:15 konnten sich die Innerschweizerinnen ein Side-Out absetzen. Diesen 2-Punkte-Vorsprung gaben sie nicht mehr her und konnten am Schluss sogar noch zulegen zum 25:21.
Semifinals U23 Männer
Die Underdogs aus Sursee – sie waren noch nie für eine Final4-Endrunde qualifiziert – erwischten gegen die 3-fachen Goldmedaillengewinner von 2025, 2024 und 2023 eigentlich einen guten Start. Doch Amriswil kam im Verlauf des ersten Satzes langsam in Schwung. Sie bauten den zwischenzeitlichen 5-Punkte-Vorsprung weiter aus und holten sich den ersten Satz mit einem Superspike zum 25:17. Auch im Durchgang zwei und drei wurden die Amriswiler ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit 25:18 und 25:19 zogen sie erneut in das «Grande Finale» vom Sonntag ein.
Der letzte Match des Tages hatte es in sich. Spätestens in der Money-Time des ersten Satzes war allen klar: das hier wird länger dauern. Chênois setzte sich früh ab, führte zwischenzeitlich mit 5 Punkten. Diesen Vorsprung konnten sie lange verwalten, bevor sich dann Jona Punkt für Punkt herankämpfte. Bei 24:20 schien der Genfer Satzgewinn schon klar. Doch diese hatten die Rechnung ohne den TSV Jona gemacht. Ein Servicewinner, ein Missverständnis, ein Time-Out und ein Netzfehler später stand es 24:24. Den längeren Atem hatten dann doch die Jungs aus Genf (28:26). Doch die Spieler von Jona hatten Blut geleckt: sie holten sich die Sätze zwei und drei mit je 25:17 klar. Im vierten Satz roch es lange nach dem zweiten 5-Sätzer des Tages. Nach einem ausgeglichenen Satz – die Differenz betrug nie mehr als 2 Punkte – hatte Jona die stärkeren Nerven und bejubelte mit 29:27 den Einzug ins Goldfinale.



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