Ein goldener Sonntag in Aarau
- Aline Leitner
- vor 24 Stunden
- 7 Min. Lesezeit

Nach einem spannenden ersten Tag ging es am heutigen 3. Mai um alles oder nichts. Ein letztes Mal vor der langen Sommerpause kämpften die 32 Teams um Gold- oder Bronzemedaillen. Und da sich in Aarau die Crème de la Crème des Schweizer Nachwuchssports die Klinke in die Hand gab, waren spannende Matches mit lautstarken Fans vorprogrammiert.
Genauso lautstark, wie der erste Tag zu Ende ging, starteten die Fans auch in die ersten Partien des zweiten Tages. Von der ganzen Schweiz sind sie angereist und haben Kuhglocken, Fahnen, Trommeln, Ratschen und Tröten im Gepäck mit dabei. Dass Volleyball alle – von Jung bis Alt und Gross bis Klein – vereint, zeigt der Blick ins Publikum. Mehr als 4700 Menschen vor Ort und über 1200 Personen im Livestream haben die jungen Athletinnen und Athleten auf der Kunsteisenbahn in Aarau angefeuert und mit ihnen mitgefiebert.
Im Herrenbereich duellierten sich 10 verschiedene Vereine und Fördergefässe um die Medaillen, im Damenbereich waren es 13. Ausrufezeichen setzten die City Baslerinnen, die sich das Gold-Double in der U16-Kategorie holten und die U23-Spielerinnen von NUC, die ebenfalls zum zweiten Mal in Folge Gold holten. Brilliert hatten zudem die Genfer, Chênois Genève Volleyball holt sich den Gold-Hattrick und gewinnt zum dritten Mal in Folge Gold.
Finals U16 Frauen
Die Tessinerinnen drückten den Spielerinnen vom VBC Cheseaux von Anfang an ihr Spiel auf. Die Westschweizerinnen fanden nicht so richtig ins Spiel und so bejubelte Bellinzona nach drei Sätzen (25:15; 25:18; 25:19) die Bronzemedaille.
Das Basler Duell versprach viele Emotionen, denn es ging nicht nur um ein mögliches Gold-Double für die Stadtbaslerinnen, sondern auch die allererste Medaille überhaupt für SM’Aesch in der U16-Final4-Geschichte. Im ersten Satz zeigte sich bis 16:16 ein ausgeglichenes Spiel, erst gegen Ende zogen die Stadtbaslerinnen davon und sicherten sich den ersten Satz mit 25:21. Im zweiten Satz wendete sich das Blatt. Die Aescherinnen zogen davon und holten sich Satz zwei mit 25:18. Durchgang drei ging in die Verlängerung; mit 27:25 setzte sich SM’Aesch durch. Satz vier ging wieder an City Basel (25:20). Und so bescherten die Teams uns den ersten 5-Sätzer des Tages. Nach einem haareraufenden, ausgeglichenen und hochemotionalen finalen Satz gelang den City-Baslerinnen das Gold-Double (18:16). MVP wurde Nr. 7 von City Basel: Josefa Valdes.
Finals U16 Männer
Im Bronzeduell Schönenwerd gegen Amriswil machten die Teams bereits im ersten Satz klar, dass sie auf Augenhöhe spielten. Schönenwerd wehrte vier Satzbälle ab und belohnte sich mit einem 26:24-Satzgewinn. Durchgang zwei und drei entschieden die Thurgauer für sich (25:20; 25:21). Und im vierten Satz roch es lange nach einem weiteren 5-Sätzer. Doch die Amriswiler sicherten sich mit einem Service-Winner den Matchball (27:25) und liessen sich als Bronzegewinner feiern.
Chênois Genève hatte gegen den TSV Jona die Chance auf den Gold-Hattrick. Die ersten zwei Sätze holten sich die Genfer nach Hause (25:22; 25:23). Doch die Joner liessen sich vom Gold Team 2025 und 2024 nicht beirren, zeigten viel Kampfgeist und holten sich die Sätze drei und vier (25:20; 25:22). Die Genfer setzten sich im zweiten 5-Sätzer des Tages früh mit einigen Punkten ab. Diesen Vorsprung gaben sie nicht mehr her und bejubelten nach einem glücklichen Ballroller zum 15:11 ihre dritte Goldmedaille in Folge und ihren MVP Samuele Casale.
Finals U18 Frauen
Die Bielerinnen gerieten gegen NUC schnell ins Hintertreffen. NUC hatte in allen Aktionen mehr Präzision, eine bessere Abstimmung und traf cleverere taktische Entscheide. So holten sich die Westschweizerinnen mit gerade 3x 25:21 die Bronzemedaille.
Im innerkantonalen Berner Duell setzte Köniz schnell erste Ausrufezeichen. Die Könizerinnen spielten befreiter und mit mehr Selbstbewusstsein und holten sich den ersten Satz mit 25:17. Den Thunerinnen vermochte in den Sätzen zwei (25:15) und drei (25:17) nichts mehr so richtig gelingen. Clever gespielte Bälle oder kraftvolle Superspikes waren zu selten, als dass sie den Könizerinnen das Wasser hätten reichen können. Köniz vergoldete sich seine Dominanz nicht nur mit einer Medaille, sondern auch mit dem MVP-Titel von Ance Anna Cimdina.
Finals U18 Männer
Im dritten Berner Duell erwischten die Neulinge von den Volley Espoirs Biel-Bienne gegen Uni Bern zwar einen besseren Start; die Stadtberner liessen sich davon aber nicht beunruhigen und kehrten in der Money-Time den Satz und zogen zum Satzgewinn (25:17) davon. Auf diesem Hoch konnten die Stadtberner im zweiten Satz weiterreiten; erst bei 23:14 folgte eine Baisse. Die Bieler holten Punkt für Punkt auf und mussten sich nur ganz knapp (22:25) geschlagen geben. Der dritte Satz war dann wieder fest in Stadtberner Hand. Sie sicherten sich mit einem Service-Winner zum 25:18 die Bronzemedaille.
Im ersten Satz sah es lange nach einem Gewinn für Servette Star-Onex aus. Sie hatten immer zwei Zähler mehr auf dem Konto. Umso überraschender der Satzsieg von Jona in der Verlängerung (29:27). Der SSO liess sich von dem knappen Satzverlust nicht beirren und spielte in der Folge mit mehr Konsequenz und Konzentration, holte sich die Sätze zwei (25:20) und drei (25:16). Und auch im vierten Satz liessen die Westschweizer nichts mehr anbrennen. Die Revanche des Finals von 2024 glückte und die Spieler von SSO vergoldeten ihren Sonntag mit einem Superspike zum 25:15 und holten sich mit Alexis Racovita den MVP-Titel nach Hause.
Finals U20 Frauen
Die Spielerinnen von Fribourg und Neuchâtel zeigten sich im Bronzespiel von ihrer besten Seite. Die weit angereisten Fans wurden mit spannenden Ballwechseln belohnt und erst ganz zum Schluss des ersten Durchgangs machten die Spielerinnen von NUC einen entscheidenden Eigenfehler und FriSpike holte sich den ersten Satz mit 25:23. Im zweiten Satz spielten die Fribourgerinnen konstant besser und sicherten sich – unter anderem dank einer zwischenzeitlichen 11-Punkte-Führung – den zweiten Satz (25:15). Im dritten Satz gab NUC nun wieder mehr Gegenwehr. Nach einem ausgeglichenen Satz und einem finalen Servicefehler von NUC holte sich FriSpike mit 25:23 die Bronzemedaille.
Die Aarauerinnen erwischten vor Heimpublikum einen guten Start und setzten den VBC Cheseaux gut unter Druck (25:19). Im zweiten Satz wendete sich das Blatt und die Westschweizerinnen sicherten sich den Satzausgleich nach einem spannenden Schluss (26:24). Satz 3 ging wieder klar an die Eaglets (25:15). Die Aarauerinnen hatten schlussendlich auch im vierten Durchgang – abgesehen von einer Baisse im Mittelteil –die Oberhand und konnten mit dem 25:21-Punkt die Goldmedaille und ihre MVP, Zuspielerin Alana Mischler, bejubeln.
Finals U20 Männer
Die jungen Volleytalents aus Rapperswil Jona dominierten die Berner Bären klar. Nach einem ersten Satz, bei dem die Berner noch mithalten konnten (25:20), machten sie im zweiten Satz kurzen Prozess (25:7). Auch im dritten Satz hatten die Volleytalents stets Überhand und setzten die Berner mit ihren Aktionen so unter Druck, dass diese ihr eigenes Spiel nicht zeigen konnten. Jona holt sich mit einem gloriosen Superspike zum 25:17 die Bronzemedaille.
Im Goldfinale machten sich die NNV Talents Argovia und Amriswil keine Geschenke. Beide Teams waren fokussiert im Spiel. Mehr als zwei Punkte Vorsprung hatte keines der Teams zu keinem Zeitpunkt. Erst in der Verlängerung des Satzes sicherte sich Amriswil mit einem Servicewinner zum 28:26 den ersten Durchgang. Die Aargauer reagierten und zeigten in Satz zwei ein starkes Spiel (25:18). Im dritten Satz wiederum fanden die Amriswiler den besseren Rhythmus und konnten sich bereits früh mit bis zu 8 Punkten absetzen. Auch wenn die Aargauer noch nahe rankamen, Amriswil holte sich den Satz mit 25:22. Im vierten Satz liessen sich die Amriswiler die Goldmedaille nicht mehr streitig machen und gewinnen mit einem abschliessenden Killblock zum 25:20. Den MVP Titel holt sich Martin Odermatt von den Volley Talents Argovia.
Finals U23 Frauen
Die Aarauerinnen liessen vor tosendem Heimpublikum nichts anbrennen und zwangen den Aadorferinnen, die zum ersten Mal am Finaltag der Final4 dabei waren, ihr Spiel auf. Nach ersten klaren Ausrufezeichen im ersten Satz 25:12, spielten die Aarauerinnen danach mit etwas angezogener Handbremse. Die Thurgauerinnen aus Aadorf machten den Eagles das Leben schwerer, als im ersten Satz und konnten erst in der Schlussphase des zweiten Satzes nicht mehr mithalten (25:19). Im dritten Durchgang dominierten die Eagles bis fast ganz zum Ende: nach einem kurzweiligen Aufbäumen von Aadorf gewann Aarau mit einem Line-Spike die Bronzemedaille (25:19).
NUC, die Siegerinnen von 2025, wollten gegen Volley Luzern, die 2017 das letzte Mal am Finaltag aufspielen durften, das Gold-Double holen. In den Sätzen eins und zwei machten die Westschweizerinnen Druck. Die Innenschweizerinnen mochten nicht mithalten und waren immer den einen, kleinen Schritt zu spät. Der erste Satz ging klar mit 25:15 an NUC. Auch im zweiten sah das Bild ähnlich aus; 25:17 für NUC. Im dritten Satz blühten die Luzernerinnen auf, während NUC sich zurückzog und Eigenfehler am Laufmeter produzierte. Luzern konnte den lange währenden 5-Punkte-Vorsprung bis fast ganz zum Schluss halten und rettete dann mit 3 Zählern Vorsprung den Satzball über die Ziellinie (25:22). Im vierten Satz macht NUC kurzen Prozess (25:14) und durfte sich zum zweiten Mal in Folge die Goldmedaille umhängen lassen. Als MVP wurde Nina Scrucca von NUC geehrt.
Finals U23 Männer
Knapper hätte der erste Satz im Duell Sursee gegen Chênois nicht sein können. Erst ganz am Ende konnte sich Chênois absetzen und verwertete den ersten Satzball mit einem cleveren Punkt (25:23). Im zweiten Satz zeigten die Innerschweizer, dass sie sich zu Recht für die allererste Final4-Finalteilnahme qualifiziert hatten: Mit 25:16 glichen sie satzmässig aus. Im dritten Satz hatte Sursee die Nase vorne und brachte den Vorsprung mit 25:20 in trockene Tücher. Im vierten Satz hatte Chênois wieder ein Wörtchen mitzureden. Die Genfer erkämpften sich – nachdem Sursee in der Money-Time für kurze Zeit die stärkeren Nerven hatte – den vierten Satz (25:23). Im dritten 5-Sätzer des Tages machte Chênois kurzen Prozess (15:8) und bejubelte nach einem Block Out die Bronzemedaille.
Die Mission von Amriswil war klar, sie wollten das vierte Mal in Folge Gold in den Thurgau holen. Doch die Spieler vom TSV Jona hatten was dagegen: den ersten Satz gewannen sie knapp mit 25:23. Im zweiten Satz lieferten sich beide Teams spannende Ballwechsel. Erst in der Money-Time setzte sich Jona ab und gewann 25:20. Der dritte Satz hatte es in sich und hätte spannender nicht sein können. Schlussendlich nutzte der TSV Jona die allererste Chance zum Matchgewinn und holte sich mit einem cleveren Block-Out-Schlag zum 25:23 die Goldmedaille. Zum MVP wurde Nico Fuchs vom TSV Jona gekürt.
See you next time, in St. Gallen
Und somit verabschieden wir uns aus Aarau. Es war uns eine Freude die besten Spieler:innen und Vereine des Landes in der KEBA zu begrüssen. Ihr habt für Gänsehautmomente, packende 5-Sätzer und unzählige Emotionen gesorgt. Die nächsten Austragungen des Final4 finden von 2027-2029 in St. Gallen statt.



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